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Medikamentensucht



Medikamente sind dazu da, Krankheiten zu heilen oder Symptome von Erkrankungen zu lindern. Werden sie jedoch falsch angewandt, können sie selbst eine Krankheit verursachen: die Medikamentensucht. Dies geschieht meist dann, wenn die Arzneimittel überdosiert, oder zu lange eingenommen werden.

Was als Missbrauch beginnt, kann leicht zu einer Abhängigkeit werden. Körperliche Abhängigkeit macht sich dadurch bemerkbar, dass Symptome wie Unruhe oder Zittern auftreten, wenn der entsprechende Wirkstoff dem Organismus nicht in regelmäßigen Abständen nachgeliefert wird. Bei abruptem Absetzen kann sich eine Entzugssymptomatik einstellen.1

Die psychische Abhängigkeit kommt dadurch zustande, dass mit Hilfe des Medikaments versucht  wird, das eigene Wohlbefinden zu steigern und reale Probleme zu umgehen. Bei den Betroffenen entsteht ein Gefühl der Notwendigkeit, diesen Zustand kontinuierlich aufrecht zu erhalten, da sie glauben, sonst ihr Leben und ihren Alltag nicht mehr bewältigen zu können.

Häufigstes Suchtmittel: Schlaftabletten

Die meisten Menschen mit einer Arzneimittelsucht sind von Schlaf- und Beruhigungsmitteln abhängig. Aber auch Neuroleptika und Antidepressiva weisen ein hohes Suchtpotential auf. Häufig sind ältere Menschen betroffen.

Auch Schmerzmittel sind eine Medikamentengruppe mit einem hohen Sucht- und Missbrauchspotential. Vielen ist dies allerdings gar nicht bewusst, da der Gebrauch von Schmerzmitteln sehr verbreitet ist. Aber auch hier gilt: Die Dosis macht das Gift!

Die Vorstellung, das Suchtmittel nicht zur Verfügung zu haben, löst bei den Betroffenen meist Angst aus. Daher ist ein „Aufhören“ ohne professionelle Hilfe in vielen Fällen nicht möglich. Wer sich aber dazu durchgerungen hat, benötigt oft auch noch aus anderen Gründen ärztlichen Beistand: Bei ausgeprägter Medikamentensucht kann es zu gravierenden Entzugserscheinungen wie Angstattacken, Schlafstörungen, Kreislaufzusammenbrüchen und Psychosen kommen.

Mehr über Medikamentensucht im Alter erfahren Sie hier.
vitanet.de hat mehr zum Thema Abführmittelmissbrauch.1Praxisleitfaden Suchtmedizin des Suchtausschusses der Landesärztekammer Thüringen

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