Bluthochdruck in der Schwangerschaft
© ShutterstockEin Schwangerschaftshochdruck muss behandelt werden, um Komplikationen zu vermeiden.Je nach Schweregrad unterscheidet die Medizin vier Ausprägungen der sogenannten hypertensiven Schwangerschaftserkrankung, deren Leitsymptom der hohe Blutdruck ist:
Die hypertensive Schwangerschaftserkrankung kann unbehandelt für Mutter und Kind sehr gefährlich werden: Eine Störung bei der Einnistung des befruchteten Eis in die Gebärmutter bedingt Blutgefäßveränderungen in der sich entwickelnden
Plazenta. Dadurch kommt es zur Ausschüttung von Signalstoffen aus der veränderten Plazenta in den Kreislauf, die dann die Symptome auslösen. Unbehandelt kann es zu lebensgefährlichen Blutdruckkrisen bei der Mutter, zu Fehlgeburten oder Schäden am Kind kommen.
Ursachen von Bluhochdruck während der Schwangerschaft
Was eine hypertensive Schwangerschaftserkrankung verursacht, ist noch nicht abschließend geklärt. Alles weist jedoch darauf hin, dass die Vererbung eine Rolle spielt: Litt die Mutter in der Schwangerschaft unter Bluthochdruck, ist das Risiko, dass ihre Tochter ebenfalls daran leidet, um etwa 25 Prozent erhöht. Selbst dann, wenn die Mutter des Kindsvaters daran erkrankt war, kann das Risiko erhöht sein. Denn offenbar sind unter anderem auch die
Gene des Ungeborenen dafür verantwortlich, wenn dessen Mutter einen Schwangerschaftshochdruck entwickelt. Stoffe der fehlentwickelten
Plazenta gelangen in den Blutkreislauf der Mutter und führen dazu, dass sich Bluthochdruck und auch eine
Blutgerinnungsstörung entwickeln können. Das Krankheitsbild, das daraus entsteht, kann unterschiedlich schwer verlaufen – von Schwangerschaftshochdruck über
Präeklampsie und Eklampsie zum
HELLP-Syndrom.
Symptome eines Schwangerschaftshochdruck
Der ideale Blutdruck liegt bei 120/80 mmHg. Schon Werte ab 140/90 mmHg gelten als erhöhter Blutdruck. Ein schwerer Bluthochdruck liegt vor, wenn der untere (diastolische) Wert bei 120 mmHg oder darüber liegt. Bei Frauen, die vor ihrer Schwangerschaft einen niedrigen Blutdruck hatten, verschieben sich die Werte etwas nach unten – was bei anderen Frauen als normaler Wert gilt, kann bei ihnen schon als erhöhter Blutdruck gelten.
Symptome bei Schwangerschaftshochdruck
Zunächst muss man zwischen dem schwangerschaftsunabhängigen Bluthochdruck, der schon vor der Schwangerschaft bestand und dem schwangerschaftsabhängigen Bluthochdruck, der sich ab der 20. SSW (
Schwanger
schafts
woche) entwickeln kann, unterscheiden. Einen beginnenden Schwangerschaftshochdruck bemerken die betroffenen Frauen meist gar nicht. Bei den Vorsorgeterminen stellt der Arzt aber den erhöhten Blutdruck fest. Nicht immer sind gestiegene Werte besorgniserregend, denn der Blutdruck steigt zum Beispiel auch an, wenn man aufgeregt ist. Höhere Werte – vor allem nach der 20. Schwangerschaftswoche – sind aber immer ein Grund zu regelmäßigen Blutdruckkontrollen. Der schwangerschaftsabhängige Bluthochdruck normalisiert sich etwa ein Vierteljahr nach der Geburt.
Symptome bei Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung)
Auch eine Präeklampsie kann zunächst unbemerkt verlaufen. Spätestens bei der Vorsorgeuntersuchung fällt dann aber auf, dass zusätzlich zum erhöhten Blutdruck nun auch Eiweiß im Urin feststellbar ist. Möglicherweise bemerkt die Patientin auch Wassereinlagerungen in den Füßen und Unterschenkeln, in den Händen und im Gesichtsbereich.
Weitere Symptome, die Sie alarmieren sollten, sind
- Kopfschmerzen, Schwindel, Flimmern vor den Augen
- Lichtempfindlichkeit
- Schläfrigkeit
- Verwirrtheit
- Schmerzen im Oberbauch
Wenn Sie eines oder mehrere dieser Symptome bei sich feststellen, nehmen Sie schnell Kontakt mit Ihrem Arzt auf.
Symptome bei Eklampsie
In diesem Stadium der hypertensiven Schwangerschaftserkrankung kommt es neben den Symptomen der Präeklampsie auch zu Krampfanfällen.
Symptome bei HELLP-Syndrom
Das HELLP-Syndrom ist eine Komplikation einer schweren Präeklampsie. HELLP steht für die Hauptsymptome dieses Krankheitsbildes:
Hypertonie (Bluthochdruck),
elevated
liver enzymes (erhöhte Leberwerte) und
low
platelet count (verminderte Zahl von
Thrombozyten (Blutplättchen).
Die Symptome eines HELLP-Syndroms treten normalerweise erst ab der 25. bis 30. Schwangerschaftswoche auf: Neben den Krankheitszeichen einer Präeklampsie kommt es zu starken, meist ausstrahlenden Oberbauchschmerzen aufgrund der Leberschädigung: für viele Patientinnen fühlt sich das so an, als ob sie ein Ring unterhalb des Rippenbogens zusammenpresst.
Behandlung des Bluthochdrucks in der Schwangerschaft
Am leichtesten lassen sich ein Schwangerschaftshochdruck und mögliche Komplikationen wie eine Präeklampsie therapieren, wenn die Blutdruckerhöhung frühzeitig erkannt und behandelt wird. Fast immer sind dann Medikamente erforderlich, die den Blutdruck senken. Ihr Arzt weiß, welche davon auch für Schwangere geeignet sind.
Bei schweren Formen der hypertensiven Schwangerschaftserkrankung muss möglicherweise vorzeitig die Geburt eingeleitet werden – wenn zum Beispiel die Mutter Krampfanfälle (Eklampsie) bekommt, ein Nierenversagen droht oder alles darauf hinweist, dass das Ungeborene nicht mehr ausreichend versorgt wird.
Was Sie selbst tun können
Wurde bei Ihnen ein Schwangerschaftshochdruck festgestellt, bekommen Sie wahrscheinlich Medikamente, um den Blutdruck zu senken. Wenn Sie unter Wasseransammlungen leiden, sollten Sie besser keine Arzneimittel oder Tees zu sich nehmen, die ausschwemmend wirken – es sei denn, Ihr Arzt hat sie ausdrücklich verordnet. Der Rat, sich salzarm zu ernähren, um die Ausscheidung von Flüssigkeit zu fördern, ist überholt. Ernähren Sie sich ausgewogen und gesund, und schonen Sie sich ansonsten – viel Ruhe, kein Stress und keine Aufregung.
Mehr zu Bluthochdruck (Hypertonie) erfahren Sie hier.
Autoren und Quellen
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Autor/in: Dr. med. Müller de Cornejo, Ärztin für Allgemeinmedizin
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