Wer verreist, muss sich vorher informieren, welche Impfungen für das Urlaubsziel wichtig sind. Schutz vor Polio, Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten ist obligatorisch.
Ernährungsbedingte Krankheiten nehmen zu. Wer sich dagegen gesund ernährt, schafft die beste Voraussetzung für ein gesundes, langes Leben.
Tückisch: Zu hoher Blutdruck tut selten weh. Deshalb wird er oft nur zufällig entdeckt. Doch er ist Hauptrisikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall.
Sonne ist lebenswichtig, zu viel davon jedoch riskant, vor allem für helle Haut. Typbestimmung und UV-Index helfen, das persönliche Risiko zu erkennen.
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Unbeschwert in den Urlaub – und zurück!

Sommer, Sonne, Ferienzeit: Die lang ersehnte Urlaubsreise oder der Besuch am nahen See bedeuten Erholung und Spaß. Doch kein Urlaubsidyll ist ganz ohne Gefahren: Am Baggersee lauern Sonnenbrand und Zecken, bei Fernreisen unbekannte Erreger und Infektionen. Damit Sie Ihren Urlaub unbeschwert genießen können, hilft gute Vorbereitung und eine individuell zusammengestellte Reiseapotheke. Gerne beraten wir Sie dazu – natürlich unter Berücksichtigung aktueller Forschungsergebnisse.

Hautkrebs: Fast jeder Zweite ist gefährdet

Ob am Meer oder am heimischen Baggersee, beim Urlaub ist meist die Devise: Ab in die Sonne und alle viere von sich strecken. Denn ein sonnengebräunter Teint liegt nach wie vor im Trend. Das ist sicherlich ein Grund, warum mittlerweile fast jeder zweite hellhäutige Mensch gefährdet ist, einmal im Leben an Hautkrebs zu erkranken. Deshalb ist guter Sonnenschutz unerlässlich – an vielen Orten sogar im Schatten und bei bedecktem Himmel. Je nach Hauttyp gibt es Sonnencremes mit verschiedenen Lichtschutzfaktoren.

Wissenschaftler haben zudem festgestellt: Die Schutzwirkung von Sonnencremes steht in Zusammenhang mit der aufgetragenen Menge.1 Die meisten Menschen verwenden Sonnencremes zu sparsam, sodass oft kein ausreichender Schutz gewährleistet ist. Und sollte es Sie doch einmal erwischt haben: Bei Sonnenbrand helfen After-Sun-Lotionen, in schwereren Fällen auch Brandsalben. Daneben sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt unerlässlich. Je früher Hautkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. 

Zecken: Gefahr in Wiese, Wald und Garten

Neben Sonnenbrand lauern beim Urlaub in Mitteleuropa gefährliche Krankheitsüberträger: Zecken. Sie können Menschen durch ihren Biss mit Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) infizieren. In Risikogebieten sollten Sie deshalb ein Zeckenschutzmittel aus der Apotheke und Utensilien zur schnellen Zeckenentfernung dabei haben. Zeigt sich nach der Entfernung eine verdächtige kreisförmige Rötung, deutet dies auf eine Borreliose hin. Gehen Sie sofort zum Arzt; denn ein Antibiotikum, rechtzeitig eingenommen, kann Borreliose im Anfangsstadium noch bekämpfen, später aber nicht mehr. Gegen FSME gibt es Impfstoffe. Die Grundimmunisierung erfordert jedoch drei Impfschritte in mehrwöchigem Abstand, was eine rechtzeitige Planung erfordert.

Unangenehme Urlaubsandenken: Impfungen schützen

Bei Reisen in ferne Länder muss man mit fremden, gefährlichen Erregern rechnen. Besonders an tropischen Urlaubszielen ist eine gute medizinische Grundversorgung wichtig. Informieren Sie sich rechtzeitig über die empfohlenen Reiseimpfungen und stellen Sie sich mithilfe Ihres Hausarztes und Ihres Apothekers eine individuelle Reiseapotheke zusammen. Die Impfungen sollten mindestens zwei Wochen vor Urlaubsbeginn abgeschlossen sein. Auf der Website des Auswärtigen Amts finden Sie stets aktualisierte Empfehlungen zum Impfschutz für Ihr Reiseland.

Tückisch: Mücken als Krankheitsüberträger

Viele gefährliche Krankheiten werden von Mücken übertragen. In Gebieten, in denen Dengue-Fieber, Malaria oder Chikungunja-Fieber verbreitet sind, helfen sogenannte Repellentien, die Mücken zu vertreiben. Die darin enthaltenen Geruchsstoffe sind aus Pflanzen gewonnene ätherische Öle oder chemische Substanzen. Wie die Stiftung Warentest festgestellt hat, bieten nur chemische Repellentien in Risikogebieten ausreichenden Schutz vor den – zum Teil auch tagaktiven – Plagegeistern. Also auch tagsüber die Haut damit einreiben. Trotzdem sollte der Großteil des Körpers von lockerer Kleidung bedeckt sein, abends ganz besonders auch die Füße. Nachts schützen Moskitonetze, die zusätzlich mit Mückenschutzmittel imprägniert sind.

Oft unterschätzt: Reisedurchfall

Während sich nur einer von 100.000 Reisenden mit der gefürchteten Malaria infiziert, bekommt nach Angaben des Robert Koch Instituts jeder Dritte eine Durchfallerkrankung. Das ist häufig mit erheblichem Flüssigkeitsverlust verbunden, der besonders bei älteren Menschen oder Kindern lebensgefährlich sein kann. Durchfallerkrankungen werden ausgelöst durch Bakterien, Viren oder Parasiten und treten hauptsächlich in Ländern mit niedrigem Hygienestandard auf. Deshalb ist dort häufiges Händewaschen mit desinfizierenden Waschlotionen ratsam. Meiden Sie außerdem ungekochte Speisen und verwenden Sie nur Wasser aus dem Supermarkt – auch zum Zähneputzen.

Haben Sie trotzdem Reisedurchfall bekommen, gilt es zunächst, die verlorene Flüssigkeit zu ersetzen. Neben Softdrinks kombiniert mit kohlenhydratreicher Kost helfen orale Rehydratationslösungen aus der Apotheke. Sie ersetzen auch Elektrolyte, die mit dem Durchfall ausgeschwemmt wurden. Zum Stopp des Durchfalls tragen Kohlepräparate bei, die die Flüssigkeit im Stuhl binden. Antibiotika helfen bei Durchfällen nur, wenn sie an den Erreger angepasst sind. Dazu beraten wir Sie gerne. Gegen Reisedurchfall gibt es außerdem eine wirksame Impfung, die zur Prävention bei Reisen in Risikogebiete empfehlenswert ist.

Neben den genannten Mitteln gegen Sonnenbrand, Durchfall und zum Mücken- und Zeckenschutz gehören in die Reiseapotheke auch alle Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen müssen oder oft benötigen. Wunddesinfektionsmittel, Schmerzmittel, Pflaster und Blasenpflaster, Verbandsmaterial und ein digitales Fieberthermometer sind außerdem wichtig. Je nach Reiseland und Reiseart kommen weitere Arzneimittel hinzu.

Über die individuelle Zusammenstellung der Reiseapotheke sowie über optimalen Sonnen- und Insektenschutz informieren wir Sie gerne in unserer Apotheke.

Quellen:
1 Schalka S, dos Reis VM, Cucé LC: The influence of the amount of sunscreen applied and its sun protection factor (SPF): evaluation of two sunscreens including the same ingredients at different concentrations. Photodermatol Photoimmunol Photomed. 2009 Aug; 25(4):175-80.

© iStockphoto
Zeit für Urlaub: Mit ein paar einfachen Gesundheitsregeln wird er zum vollen Erfolg.
© James Gathany/Public Domain
Mückenschutz muss sein: In entsprechenden Risikogebieten können Mücken gefährliche Krankheiten wie Dengue-Fieber, Malaria oder Chikungunja-Fieber übertragen.